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Platform East: Crisis Managers Wanted
Authoritarian vs. Democratic Systems in Times of Instability

Diskurs | In englischer Sprache

Mit: Oliver Bilger (Tagesspiegel, Berlin), Silvia von Steinsdorff (Humboldt Universität Berlin)

Moderation: Gwendolyn Sasse (ZOiS, Berlin)
Input: Vlad Troitskyi (Center of Contemporary Art DAKH, Kiew)

Die Covid-19 Pandemie hat das Augenmerk stärker auf die Beziehungen zwischen Bürger*innen und Staat gelenkt. Zu Beginn der Pandemie schien es, als ob autoritäre Staaten mit der Ausnahmesituation besser zurecht kämen als demokratische Gesellschaften und eine„starke Führung“ sich für die Bürger*innen exemplarisch in Zeiten einer Krise auszahlt. Lässt sich erfolgreiches Krisenmanagement tatsächlich auf das politische System zurückführen? Wie reagieren Gesellschaften auf die Politik ihrer Regierungen in einer solchen Ausnahmesituation? Welche Rolle spielen dabei zivilgesellschaftliche Akteur*innen und Stimmen aus der Kunst, welche seit jeher Machtverhältnisse und -gefälle untersuchen und öffentlich zur Disposition stellen? Als künstlerischen Input für die Diskussion, spricht der ukrainische Theaterregisseur Vlad Troitskyi über seine Auseinandersetzung mit Machstrukturen zwischen Staat und Gesellschaft und darüber, was es bedeutet Theatermacher in einem Land zu sein, das von häufigen Systemwechseln geprägt ist.

Die Veranstaltung wird hier und den Facebook-Seiten von ZOiS und der Volksbühne live gestreamt. Über den Zoom-Chat gibt es über diesen Link die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Biografien

Oliver Bilger war freier Korrespondent in Moskau und berichtete von dort über Russland und den osteuropäischen Raum. Seine Themenschwerpunkte liegen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Heute schreibt der Journalist in der Nachrichtenredaktion des Berliner Tagesspiegels.

Gwendolyn Sasse ist wissenschaftliche Direktorin des Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Berlin. Sie arbeitet unter anderem zu politischen Identitäten und Konflikten im postsowjetischen Raum und nimmt dabei auch die vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung in den Blick.

Vlad Troitskyi, 1964 in Ulan-Ude in der UdSSR geboren, ist ein ukrainischer Theaterschauspieler, Regisseur, Bühnenbildner, Produzent und Fernsehmoderator. 1994 gründete Troitskyi das Center of Contemporary Art DAKH, das Kunsthotel und Schauspielschule war, bevor es 2004 zum Theater wurde. Troitskyi ist Gründer des GOGOLFEST für zeitgenössische Kunst im Arsenal (heute Mystetskyi Arsenal), das sich zu zahlreichen regionalen Festivals in der Ukraine weiterentwickelte.

Silvia von Steinsdorff ist Inhaberin der Professur für Vergleichende Demokratieforschung und die politischen Systeme Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vorwiegend mit dem Spannungsfeld von Recht und Politik (dabei insbesondere Verfassungsgerichten und Verfassungspolitik), mit der Organisation und Bedeutung von Parlament und Parteien sowie Demokratisierung und Transformation, vorwiegend in Osteuropa und der Türkei. Methoden.

In Kooperation mit dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)

 

 

 

Platform East
Welche Formen zivilgesellschaftlichen Engagements existieren in Osteuropa? Welche Akteur*innen beteiligen sich an der Umgestaltung des öffentlichen Raumes? Wie hat sich das kollektive Gedächtnis im postsowjetischen Zeitalter verändert? Diese und andere Fragen stellt die neue Reihe Platform East im Kontext des transkulturellen Festivals POSTWEST. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen aus Mittel- und Osteuropa sowie Osteuropaexpert*innen adressieren gesellschaftsrelevante Themen, die ihren Alltag prägen: Die Freiheit von Künsten und Medien, Erinnerungspolitik und die Konstruktion von Identitäten, Generationsbeziehungen und -konflikte sowie das Aufbegehren gegen politische Systeme. Durch das Zusammenführen verschiedener Professionen entstehen Denkcollagen, die Wissenshorizonte erweitern und als Ausgangspunkt für diverse Zukunftsszenarien und eine gemeinsame Utopie von POSTWEST dienen.

Die Serie Platform East ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und der Volksbühne Berlin. Mit Paneldiskussionen, Filmen, Lecture Perfomances und anderen Formaten, funktioniert die Reihe im buchstäblichen Sinne als Plattform: An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst, setzt sie jenseits existierender homogener Osteuropabilder an und bietet Raum für politische, gesellschaftliche und kulturelle Diversität.