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Platform East: Activism 1.01
Conversations with Activists, Experts and Researchers

Diskurs | In englischer Sprache

Webinar, 14:30-16:00

Jede*r kann heute Aktivist*in sein. Wirklich? Welche Parameter beeinflussen die Entwicklung und Nachhaltigkeit sozialer Protestbewegungen? Was sind die Motivation von Protestierenden, insbesondere von jugendlichen Aktivist*innen? Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Staat in Zeiten von Protest? Welche Formen nimmt Aktivismus an, wenn man nicht im öffentlichen Raum protestieren darf? Was versteckt sich hinter Kunstaktivismus - eine Ästhetisierung des Politischen oder eine Politisierung von Kunst?

Das Webinar Activism 1.01 – Conversations with Activists, Experts and Researchers bietet vier Schwerpunkte rund um das Hauptthema Aktivismus: Wähle drei der Themen aus und komm mit den Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch. Nach 30 Minuten wechseln die Expert*innen – und das Thema!

Eine Voranmeldung unter Nennung des Tracks und des Zoom-Benutzer*innenamens ist bis 26.06., 12:00 erforderlich unter besucherservice@volksbuehne-berlin.de

 

Platform East: What is Activism, anyway?

Diskurs, 16:30

Als Abschluss der Veranstaltung diskutieren die Expert*innen in einem öffentlichen Panel über ihre Definitionen von Aktivismus: Muss Aktivismus politisch oder überhaupt sichtbar sein? Was passiert dabei an der Schnittstelle zwischen Kunst und Aktivismus?

Mit Piotr Goldstein (ZOiS, Berlin) u.a.

 

TRACK 1
New Forms of Activism
Youth Activism
Art and Activism

TRACK 2
Youth Activism
Art and Activism
Violence and Oppression

TRACK 3
Art and Activism
Violence and Oppression
New Forms of Activism

 

Themenschwerpunkte

New Forms of Activism
Mit Felipe G. Santos (MOBILISE, Manchester), Henry Rammelt (National University of Political Studies and Public Administration, Bukarest)
Zu Beginn der Coronakrise wurde durch Lockdowns das Protestieren im öffentlichen Raum in vielen Ländern unterbunden. Während die Menschen weltweit wieder auf die Straße gehen, hat die Krise auch alternative Formen von Aktivismus hervorgebracht, im digitalen Raum und durch das kreative Zusammenbringen von individuellen Aktionen und kollektivem Protest.

Violence and Oppression
Mit: Nadja Douglas (ZOiS, Berlin), Victoria Fedorova (Legal Initiative, Minsk)
Nicht nur in autoritär regierten Ländern greift der Staat auf traditionelle Formen der Unterdrückung zurück, um Protestbewegungen einzudämmen. Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und der Polizei oder anderen Repräsentant*innen von Staatsmacht? Wie gehen Aktivist*innen mit Drohungen oder Aggressionen um und welche gewaltfreien Strategien funktionieren in der Praxis?

Art and Activism
Mit Svetla Baeva (Fine Acts, Sofia), Martin Boross (STEREO AKT, Budapest), Piotr P. Płucienniczak (Imperium Ducha Kollektiv, Academy of Fine Arts, Warschau) 
Kunst reflektiert die Missstände in Gesellschaften und strebt meist nach sozialem Wandel. Ist Kunst, vor allem im öffentlichen Raum, per se politisch? Was zeichnet Kunstaktivismus aus? Was steckt hinter der Idee, Menschen durch kreative Kampagnen zu motivieren? Welche Formen und Kräfte können durch die Verschmelzung von Kunst und Aktivismus entstehen?

Youth Activism
Mit: Lorina Fedorova (Fridays For Future, Ecodiya, Kiew), Félix Krawatzek (ZOiS, Berlin)
Als Stakeholder der Zukunft spielt Jugend oft eine entscheidende Rolle in der Entstehung von politischem und sozialem Wandel. Was motiviert junge Menschen aktiv zu werden? Wodurch zeichnen sich ihre politischen Ansichten und Strategien aus?

 

Biografien:

Svetla Baeva ist Campaignerin und Aktivistin für Menschenrechte. Sie hat einen mit einem akademischen Hintergrund in Kommunikations- und Politikwissenschaften an der Vrije Universiteit Amsterdam. Baeva ist Kampagnenleiterin bei Fine Acts, einem globalen Non-Profit-Studio für gesellschaftliche Wirkung. Weiterhin ist sie Kommunikations- und Kampagnenberaterin für verschiedene Organisationen wie u.a. UNDP Europe und Central Asia. 2018 war sie Fulbright Stipendiatin Baeva ist Mitbegründerin von Power Pops – einem fruchtigen Eis am Stiel mit einer Mission.

Martin Boross ist Theaterregisseur und künstlerischer Leiter von STEREO AKT, einem zeitgenössischen Theaterkollektiv aus Budapest. Seine postdramatischen Stücke sind häufig interdisziplinär, partizipativ oder immersiv, verwenden dokumentarisches Material und verfolgen soziale, politische oder Community-basierte Ansätze. Dabei experimentiert er häufig mit unkonventionellen Formen der Publikumspositionierung und -partizipation.

Nadja Douglas ist Politikwissenschaftlerin und Forscherin am ZOiS. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit der Verstrickung von öffentlichen Initiativen und staatlichen Machtstrukturen im postsowjetischen Raum.

Lorina Fedorova studiert Soziologie und ist Klima- und Umweltaktivistin aus Kiew. Sie ist Teil von Fridays For Future Ukraine und arbeitet ehrenamtlich bei der NGO Ecodiya. In ihrer aktivistischen Tätigkeit betreut sie vor allem Social Media Accounts und ist Mitorganisatorin von Protestveranstaltungen.

Victoria Fedorova ist Vorsitzende der NGO Legal Initiative, hält einen Master of Laws und ist Menschenrechtsanwältin. Sie steht Opfern von Menschenrechtsverletzungen auf nationaler und internationaler Ebene bei und ist zudem Dozentin für Bildungsprogramme (Citizen and Investigation, People and legal orderSelbstverteidigung gegen politische Repressionen). Sie ist Mitautorin eines Alternativberichts für den UN-Ausschuss gegen Folter.

Piotr Goldstein ist Sozialwissenschaftler und arbeitet an der Schnittstelle von Sozialanthropologie, Soziologie und Politikwissenschaft.  Am ZOiS ist er am MOBILISE Project beteiligt, das nachzuvollziehen versucht, warum in Krisenzeiten einige Menschen protestieren, während andere auswandern.

Félix Krawatzek ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZOiS. Sein Forschungsprojekt am ZOiS beschäftigt sich mit Jugendlichen als politische Akteur*innen sowie Projektionsfläche gesellschaftlicher Erwartungn.

Piotr Puldzian Płucienniczak ist Aktivist, Künstler, Soziologe und Herausgeber. Er ist Mitglied des Künstler*innenkollektivs Imperium Ducha. Płucienniczak lehrt an der Academy of Fine Arts Warschau und forscht zu sozialen Bewegungen und ihren Gegner*innen.

Henry P. Rammelt ist Politikwissenschaftler und lehrt aktuell an der National University of Political Studies and Public Administration in Bukarest. In seiner Forschung konzentriert er sich auf die Bedeutung von Gruppenprozessen, organisatorische Bedingungen und Emotionen für Teilnehmer*innen und Aktivist*innen in sozialen Bewegungen und Protestnetzwerken. Seine Arbeiten wurden bei L’Harmattan, Palgrave Macmillan, Rowman & Littlefield sowie East European Politics and Societies veröffentlicht.

Felipe G. Santos forscht an der politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Manchester. Seine Forschungsschwerpunkte sind soziale Bewegungen und Proteste sowie die Reaktionen von Menschen auf Krisensituationen. Außer im Feld der Akademik wurde Santos’ Arbeit unter anderem in The Guardian, BBC World News und El País publiziert.

 

 

Platform East
Welche Formen zivilgesellschaftlichen Engagements existieren in Osteuropa? Welche Akteur*innen beteiligen sich an der Umgestaltung des öffentlichen Raumes? Wie hat sich das kollektive Gedächtnis im postsowjetischen Zeitalter verändert? Diese und andere Fragen stellt die neue Reihe Platform East im Kontext des transkulturellen Festivals POSTWEST. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen aus Mittel- und Osteuropa sowie Osteuropaexpert*innen adressieren gesellschaftsrelevante Themen, die ihren Alltag prägen: Die Freiheit von Künsten und Medien, Erinnerungspolitik und die Konstruktion von Identitäten, Generationsbeziehungen und -konflikte sowie das Aufbegehren gegen politische Systeme. Durch das Zusammenführen verschiedener Professionen entstehen Denkcollagen, die Wissenshorizonte erweitern und als Ausgangspunkt für diverse Zukunftsszenarien und eine gemeinsame Utopie von POSTWEST dienen.

Die Serie Platform East ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und der Volksbühne Berlin. Mit Paneldiskussionen, Filmen, Lecture Perfomances und anderen Formaten, funktioniert die Reihe im buchstäblichen Sinne als Plattform: An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst, setzt sie jenseits existierender homogener Osteuropabilder an und bietet Raum für politische, gesellschaftliche und kulturelle Diversität.