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Discussion on 'The Heroes of Capitalist Labor' by Saša Uhlová

Prague City Theatres, Prag/Tschechien
Diskurs | In tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln | 34 min

Mit: Michal Hába, Kateřina Smejkalová und Saša Uhlová

Die renommierte tschechische Journalistin Saša Uhlová arbeitete unter einer angenommenen Identität als Angestellte, Teilzeitarbeiter*in oder Aushilfskraft in verschiedenen Jobs. Monatelang beobachtete sie, welche Löhne die Angestellten wirklich erhalten und ob die Arbeitsgesetze eingehalten werden. Sie erforschte die Gesamtsituation und die Lebensgeschichten von Menschen, die im Niedriglohnsektor der Tschechischen Republik arbeiten. Uhlová arbeitete in der Waschküche eines Krankenhauses, in einer Geflügelfabrik, als Kassiererin in einem Supermarkt, in einer Fabrik, die Rasiermesser produziert und in einer Abfallsortieranlage.    

In seinem Stück The Heroes of Capitalist Labor, das auf Saša Uhlovás Serie investigativer Beiträge basiert, konzentriert sich Michal Hába mit seinem künstlerischen Team auf die unsichtbaren Menschen und Jobs, die trotz ihrer enormen Bedeutung für das Funktionieren der Gesellschaft übersehen werden. Nach der Hälfte des Probenzeitraums führen die tschechische Politikwissenschaftlerin Katerina Smejkalová, Michal Hába und Saša Uhlová ein Gespräch über die Kernthesen in Saša Uhlovás Buch sowie über eine Liste an Forderungen,die unter dem Titel Keine Immunität ohne Solidarität während der Corona-Krise an die Regierung übergeben wurde:

Die Wirtschaft muss für die Menschen da sein, nicht die Menschen für die Wirtschaft.
Ökologie ist das Fundament und nicht Luxus.
Nicht jede technologische Entwicklung ist Fortschritt.
„Gleiche“ Steuern verursachen Ungleichheit.
Der Staat darf kein Gefängnis für Schuldner*innen sein.
Statt um niedrige Sozialleistungen zu betteln, staatliche Unterstützung für alle.
Gesundheitswesen, Bildung und Kultur sind das Rückgrat der Gesellschaft.
Wohnen ist ein Recht.
Rüstungsausgaben sind keine unantastbare Priorität.
Macht korrumpiert, unkontrollierte Macht schränkt Freiheit ein.
Europa muss zusammenhalten und solidarisch sein, ohne Zentren und Peripherien.

Credits
Video: Barbora Johansson
Umsetzung: Team des Komedie Theatre, Prague City Theatres

Eine Koproduktion zwischen Prague City Theatres und Volksbühne Berlin

Gefördert von: Stadt Prag
Unterstützt durch: Kulturministerium der Tschechischen Republik, Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, Tschechisches Zentrum Berlin

 

Saša Uhlová ist tschechische Journalistin. Sie absolvierte Romologie an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Nach ihrem Studium arbeitete sie als anthropologische Feldforscherin in sozial ausgegrenzten Gemeinden. Von 2009 bis 2016 war sie Redakteurin der Online-Monatszeitschrift Referendum. 2011 arbeitete sie für ROMEA als Herausgeberin des Monatsmagazins Romano Vodi. Sie erhielt eine Anerkennung im Rahmen des Journalist Award 2015. Seit 2017 ist sie als Redakteurin für das Online-Journal A2larm tätig. Im selben Jahr war sie jeweils einen Monat in einer Krankenhauswäscherei, einer Geflügelfabrik und an einer Supermarkt-Kasse tätig, sowie wochenweise am Fließband und in der Abfallentsorgung. Ihre Erfahrungen wurden in ihrem Essay „Helden der kapitalistischen Arbeit“ sowie in dem Dokumentarfilm „Grenzen der Arbeit“ festgehalten.

Kateřina Smejkalová (1986) studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Gemanistik und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Prag, darüber hinaus auch publizistisch tätig. Sie beschäftigt sich dem Thema Arbeit, der gesellschaftlichen Dimension von Technologien und politischen Grundsatzfragen.

 

> The Limits of Work (Film), 24h verfügbar ab 24.06., 18:00